Historische Maße des Schloßbergs

Die nachfolgenden Angaben stammen aus der Akte Nr. 61 „Die Messung und den Grundriß des H[erzoglichen] Schlosses in Königsberg“ im Amtsarchiv Königsberg, Staatsarchiv Coburg. Die originale Schreibweise wurde beibehalten.

Von Gottes Gnaden Ernst, Hertzog zu Sachßen, Jülich, Cleve undt Bergk

Lieber Getrewer, Wir übersenden dir hierbey etliche Puncten, nach welchen unser Hauß Königsbergk gemeßen undt etzliche andere Ümbstände darbey berichtet werden sollen.

Begehren derowegen hiermit, du wollest solches unverzüglich zuwerck richten, wie sich ein undt das andere in begehrter Mensur undt andern Ümbständen befindet, mit Fleiß aufzeichnen, undt wenn es geschehen, alßbaldt übersenden.

An dem geschicht unsere Meinung.

Datum Friedenstein den 21ten Novembris 1660

Ernst HZSachssen.


Waß in Fürstl Ambthauße zu Königsbergk soll gemeßen werden:

  1. Die Höhe eines jeden Stockwergks jedweder von etwa nicht gleich durchgeht, inmassen wie viel einer höher alß der andere liegt.
  2. Wo Treppen hierauff gehen, wie breit dieselbe sein auch wie viel Stufen sie haben und in welchen Stock und Gemach sie stehen.
  3. Wie hoch die Brust unter den Fenster.
  4. Wie hoch und weit die Fenster an sich selbsten.
  5. Wie hoch und weit die Thüren.
  6. Woe etwa Keller und andere Gewölbe, wie hoch und ob es Creüz oder ander Gewolbe sein.
  7. Wie hoch daß Tach biß unter den First.
  8. Wie hoch die Tachfenster und wie weit daßTtach über die selben hienauß läufft, nehmlich von c biß d, item wie hoch die First unter den Tachfenster alß e f, item wie und auff welcher Seit daß Tach stehet.
  9. Und so etwa etzliche Böden in derselben wie hoch sie sein.

Lit. O

Nro. 22.

Specification (wie hoch der) der Thörne und Gemächer, welcher Gestalt nach dem Gruntriß sich ein iedes an der Höhe undt sonsten befindtet.

No. 1   Ein Rundel unter Hr. Ambttmans Wohnung [= Seckendorffturm] ist 30 Schue oben im Gewölb ahn biß auf den Grundt, die Thür darin ist 4 ½ Schu hoch und 3 Schue weidt.

  1. Die Ecke unter der Badtstube, ist gefüllet.
  1. Ein kleines Rundel nebenst den großen Thurn, ist gefület.
  1. Daß große Rundel hinder den Neuen Bau [= Basteiturm], ist oben vom Creutzgewölb ahn 30 Schue dief biß zum Boden, und die Thür 4 ½ Schue hoch und 3 Sch. weidt.
  1. Der Pulverthorn [= Pulverturm] ist gantzs hohl und vom Gewölb an biß zum Boden 23 Schue dief, die Brust Mauer 7 Schu hoch, mit 7 Löchern.
  1. Der Wächters Thorn [= Wächterturm] bey der fördern Prücken hat 2 Creutzs Gewelb, daß oberst ist 12 ½ Sch. hoch, daß underste 14 Sch in der Höhe, und gehet uff ieder Eckenn 1 Schießloch herauß, gehen auch von oben 19 steinerne Stuffen hienab.
  1. Das Rundel darneben [= Werkzeugturm] ist von Grundt auf gefület.
  1. Ein Rundel an der Ambttstube [= Amtsturm], hat gleichmeßige Bewantnuß.
  1. Der dieffe Ziebrun [= Tiefer Brunnen], solle der Leuthe Anzeig nach 99 Königsbergische Elen # an die Dieffen haben. # oben vom Hoff.
  1. Eine Außfall Thür im understen Gewölb deß Wechters Thurm im Graben, ist 4 Schue hoch und 3 weidt.

Der Stock, darinnen die Keller begriffen

No. 1.              Der Keller unter dem Archiv [= Gewölbekeller unter der Alten Kemenate], hat 1 rundt Gewölb und ist 12 Schue hoch, die underste Thür ist 7 ½ Sch. hoch und 5 Sch. 10 Zoll weidt, die oberste Thür 7 Sch. 6 Zoll hoch und 5 Sch. 10 Zoll weidt, und gehen 18 steinerne Stuffen hinein iede 7 Schue in der Lenge.

2. vacat 3        Der Ziehebrun aber ist oben gemeldet.

4 et 5               Die Keller unter der Kirchen alß 4 ist 12 Schue 9 Zoll biß in daß Bogen Gewölb hoch, die Thür in der Mitte zum Eingangk deß andern ist 7 Sch. ming 3 Zoll weidt und 7 Sch. ming 3 Zoll hoch, und gehen 2 steinerne Stuffen in die Höhe biß in Keller No. 5 undt ist deßen Höhe biß ins Bogen Gewölb 13 Sch. Von dar gehet eine Stiege von 13 Stuffen, iede von Stein und 4 Sch. weidt biß in die hohe Schnecken No. 6. Die Thür 6 Schu hoch und 3 Schu 2 Zoll weidt.

No. 7               Daß Waschhauß ist mit einem Creutzgewölb geschloßen und helt an der Höhe in der Mitten 12 Sch., die Brust an den 2 Lufft Löchern ist 4 Sch. hoch, iedes Loch 3 Zoll weidt und 1 Sch. 6 Zoll hoch. Die Thür darein ist 7 Sch. 6 Zoll hoch und 5 Sch. weidt.

8.                     Daß Wachtstüblein ist 7 Sch. hoch, die Thür 3 Sch. weidt und 6 Sch. hoch. Die Brust ist 4 Sch. hoch, daß Fenster 4 Sch. hoch und 3 Sch. weidt.

9.                     Ist im Grundriß gemeldet.

10., 11., 12., 13., 14., 15., 16., 17. seindt gleichenfalß im Grundtriß und hierinnen im Anfangk fornen angeben.


Daß erste Stockwergk im Hoffe

No. 1               Die große Fahr- und Zugkbrücke ist im Bogen 12 Sch. hoch und 12 Sch. ming 3 Zoll weidt. Die Brücke aber hienauß biß zu Endte ist 63 Schu langk und 13 Schue weidt, mit Seiden Gelendern.

2.                     Daß Badtstüblein ist 8 Sch. hoch und darauf ein niederichs Dächlein. Die Thür ist 6 Sch. hoch und 2 ½ Sch. weidt, und gehen hiervor 3 Stuffen. Die Brust am grosen Fenster beim Ofen ist 3 Sch. hoch. Daß Fenster ist 4 Sch. hoch und 3 ½ Sch. weidt.

3.                     Die Crone uff der Grundt Mauer ist biß ans Dach 8 Sch. hoch, die Brust am Schießloch 4 Sch., daß Schießlöche 2 Sch. hoch und 2 Sch in der Weidte.

4. Die Grundt Mauer ist den Hoff gleich.

5. Die Crone oder Mauer uff diesen Rundel ist 8 Sch. biß ans Dach an der Höhe, die Brust der 3 Schießlöcher ist daran 4 Sch. hoch und iedes Loch 4. Sch. weidt und 4 Sch. weidt, und gehen von dar 4 Stuffen biß vor daß grose Rundel.

    6. Die Mauer uff diesen Rundel ist 7 Sch. hoch biß anß Dach, die Brust an denen 6 Schießlöchern seindt nicht gleich, eines baldt höher, baldt niedericher als daß andere. Daß Dach hieruff ist biß in die Spitze 26 Sch. hoch.

    7. Ist die Mauer vom grosen Rundel biß an Pulverdorm No. 8, 6 Sch. hoch und hat kein Dach.

    8. Ist gleichenfals die Mauer biß ans Dach 7 Sch. hoch und daß Dach darauf hat in der Höhe 8 Sch., die 3 Schießlöcher seindt zimblichen klein, iedes von 2 Sch. hoch und ½ Sch. weidt, die Thür 6 Schu hoch und 3 Schue weidt.

    9. Der Vorgangk vor deß Wechters Stube ist 10 Sch. hoch, die Thür zum Eingangk ist 4 Sch. 4 Zoll weidt undt 7 Sch. ming 4 Zoll hoch, und gehet hierinnen eine Stiege von 19 Stuffen und 3 ½ Sch. weidt in daß erste Gewölbe under der Stuben.

    10. Die Wechters Wohnstube ist 11 Sch. hoch, die Brust an denen 3 Fenstern ist 4 Sch. hoch und iedes Fenster ist 3 ½ Sch. weidt und 3 Sch. ming 2 Zoll hoch. Uff der Seiden gegen die Prücke zu seindt 4 kleine runde Schießlöchlein und uff diese Ardt alß dieses [Zeichnung einer Maulscharte] zeiget formiret. Die Brust aber darunter ist der ander Fenster Brust gleich. Die Stuben Thür ist 6 Sch. 3 Zoll hoch und 3 Sch. weidt.

    11. Diese Mauer bey diesen Ein- und Außgang bey der fördern Zugkbrücken ist 10 Sch. 6 Zoll hoch und darauff ein klein Dächlein. Die Zugkbrück über den Graben ist 7 ½ Ruten langk und 7 Sch. breidt mit einem Seiden Gelender. Die Pfordt zum Eingang ist 9 Sch. hoch und 5 Sch. weidt.

    12. Die Brust uff diesen Rundel ist 7 Sch. hoch und hatt 6 kleine Schießlocher, und oben darauff ein niederiches runtes Dächlein, 7 Schu hoch.

    13. Diese Mauer hat kein Dach und ist 7 Sch. hoch und gehet biß an die Ambttstube, seindt auch zum Eingang daran 9 steinerne Stuffen von 4 Schuen.

    14. Die Ambtstube. Die Thür vom Garten hienein ist 6 Schu hoch und 3 weidt. 11 ½ Schue ist die Stube hoch.
    6 Schu ming 4 Zoll, die Brust im Garten gehendt hoch.
    4 Schu 2 Zoll hoch und 2 ½ Schue weidt iedes Fenster, im Gardten.
    4 Schu hoch die Brust im Rundell hoch.
    3 ½ Schu hoch und 2 Sch. 10 Zoll weidt iedes Fenster, im Grabenn.

      Die Speiß Cammer

      No. 15             Ist 9 Scho. 3 Zoll hoch, 6 Sch. ming 3 Zoll hoch die Thür und 2 ½ Schu weidt.

                              2 Sch. 7 Zoll die Brust underhalb deß Fensters.

                              4 Sch. ming 3 Zoll hoch und 3 Sch. 3 Zoll weidt daß Fenster.

      Die Küche

      No. 16             Ist 9 Sch. 3 Zoll an der Höhe.

                              6 Sch. hoch und 2 ½ Sch. weidth die Thür.

                              3 ½ Sch. die Brust underhalb deß Fensters.

                              4 Sch. ming 5 Zoll weidt und 3 ½ Sch. hoch daß Fenster.

      Der Herdt:

                              7 ½ Sch. langk

                              6 Sch. breidt

                              3 Sch. ming 5 Zoll hoch

      Daß Vorgemach

      No. 17             Ist 9 Sch. 2 Zoll hoch.

                              2 Sch. 3 Zoll die Brust under dem Fenster hoch.

                              2 Sch. 7 Zoll hoch und

                              2 Sch. 2 Zoll weidt daß Fenster.

                              6 ½ Sch. hoch undt

                              3 Sch. 2 Zoll weidt die Thür zum Außgangk.

      Eine Stieg an der Küchen Wannt in den andern Stock von 13 Stuffen und 3 Sch. 2 Zoll weidt.

                  Ein Platz zum Einheitzen oder ein Küchlein

                  No. 18             Ist 10 Sch. hoch.

                                         6 Sch. hoch und 2 ½ Sch. weidt die Thür.

                  Die Schlaff Cammer

                  No. 19             Ist 9 Sch. 3 Zoll hoch.

                                         3 ½ Sch. hoch und

                                         2 Sch. weidt die 2 Fenster.

                                         4 Sch. ming 3 Zoll hoch die Brust under den Fenstern.

                                         6 Sch. ming 4 Zoll hoch und

                                         2 ½ Sch. weidt die Thür in die Stube gehendt.

                  Die Wohnstube

                  No. 20             Ist hoch 9 Sch. 3 Zoll.

                                         6 ½ Sch. hoch und 3 Sch. weidt die Stubenthür.

                                         4 Schu ming 5 Zoll hoch die Brust in dreyen Fenstern.

                                         3 ½ Schu hoch und 3 ½ Sch. weidt iedes Fenster.

                  Der lange Gangk vor der Ambtstube

                  No. 21             Ist an der Höhe 10 Sch. m. 2 Zoll hoch.

                                         7 Sch. 2 Zoll weidt, fornen beim Eingangk.

      7 Sch. hoch und 4 Sch. weidt, die Eingangs Thür vom langen steinern Gangk.

      3 ½ Sch. die Brust am Fenster im Ercker vor der Ambtt Stuben hoch.

      3 Sch. hoch und 3 Sch. weidt selbiges Ercker Fenster.

                  Der lange steinerne Gangk

                  No. 22             Ist 63 Schue lang, und ieden Schugh â 12 Zoll, dann

                  23                    Ist 10 Sch. ming 2 Zoll die Mauer hoch und

                                         6 Sch. 2 Zoll weidt.

                                         4 Sch. die Gitter Brust im Hoffe hoch, und daruf ein klein Dächlein.

                                         7 steinerne Stuffen gehen vom Hoff uff diesen Gangk.

                  Hier fenget sich der Neue Bau im Hoff ahn, und seindt

                  No. 24             vor dem Andridt der Thür 3 steinerne Stuffen, 4 Schue langk undt

                                         4 Sch. weidt, dann 7 ½ Schue die Thür hoch, item

      9 Sch. ist dieser Eingangk hoch, und gehet eine Schnecke von 13 steinernen Stuffen, iede 5 Sch. langk, im andern Stock.

                  Daß Archiv

                  No. 25             Ist 7 Sch. in der Höhe, und 4 Sch. ming 2 Zoll weidt die Thür.

                                         10 Sch. ming 2 Zoll hoch daß Creutz Gewölb.

                                         3 Sch. hoch die Brust am Fenster.

                                         5 Sch. hoch und 4 Sch. weidt die 2 Fenster.

                  Daß erste Cämmerlein im Eingangk der Küche

                  No. 26             Ist 10 Sch. hoch und rundt gewölb, in einen Bogen.

                                         3 ½ Sch. die Brust hoch.

                                         5 Sch. hoch undt 7 Sch. weidt daß Fenster und    [Zeichnung eines halbkreisförmigen Fensters] so geschlossen.

                                         6 Sch. hoch und 3 Sch. ming 3 Zoll weidt die Thür.

                  Daß andere Cämmerlein daran

                  No. 27             Ist 10 Sch. hoch und hat ein Bogen Gewölb.

                                         2 Sch. 4 Zoll hoch die Brust am Fenster.

                                         3 ½ Sch. 4 Zoll weidt und 6 Sch. hoch daß Fenster.

                                         6 Sch. hoch und 3 Sch. weidt die Thür.

                  Der Eingangk in die Neue Küche

                  No. 28             Ist 10 Sch. in der Höhe und hat 2 ½ Creutzschlüße im Gewölb.

                                         7 Sch. 3 Zoll hoch und 4 Sch. 5 Zoll weidt die Thür.

                  Die Neue Küche

                  No. 29             Ist 10 Sch. in der Höhe.

                                         3 ½ Sch. die Brust gegen die Schweinstell hoch.

                                         4 ½ Sch. die andere Brust gegen daß große Rundel hoch.

                                         3 Sch. 4 Zoll weidt und 5 Sch. hoch, die beyden Fenster.

                                         8 ½ Sch. langk 7 Sch. breidt und 3 hoch der Feuer Herdt.

                                         6 Sch. hoch und 3 weidt die Thür.

                  Die Küchen Stube

                  No. 30             Ist 11 Sch. hoch undt hat zwey Creutz Gewölb.

                                         3 ½ Sch. hoch die Brust under dem Fenster.

                                         6 Sch. ming 2 Zoll hoch und 3 Sch. 7 Zoll weidt daß Fenster.

                                         6 ½ Sch. hoch undt 2 ½ Sch. weidt die Thür.

                  Der erste Pferdtstall

                  No. 31             Ist 12 Sch. hoch undt

                                         7 ½ Sch. hoch undt 4 ½ Sch. weidt die Thür.

                  Der andere Stall

                  No. 34             Ist 15 Sch. hoch und hat 8 Stendte.

                                         6 Sch. die Brust an den 2 Fenstern.

                                         4 Sch. 2 Zoll hoch und 3 Sch. ming 3 Zoll weidt beede Fenster.

                                         7 ½ Sch. hoch und 4 ½ Sch. weidt die Thür.

                  Der lange Stall hinder den Alten Bau

                  No. 32             Ist 17 Sch. hoch, die 2 Thüren daran seindt 4 ½ Sch. weidt undt 7 hoch.

                  No. 33             Schweinestelle.

                  Der Dritte Stall

                  No. 35             Ist 15 Schue hoch.

                                         7 Schu hoch und 4 Schu weidt die Thür, und hat kein Fenster.

                  Am Eingangk deß Schloß Hoffs

                  No. 36             Ist 10 Sch. hoch und hierüber ein Bödelein von 4 ½ Schu hoch undt

      No. 37             der Eingangk ist 14 ½ Schugh hoch und hat 2 gewölbte Thüren, iede 7 ½ Sch. hoch undt 4 ½ Sch. weidt.

      Die Back Stube

      No. 38             Ist 9 ½ Sch. hoch.

                              4 ½ Sch. die Brust hoch am Fenster.

                              2 Sch. 5 Zoll hoch und 2 Sch. 4 Zoll weidt daß Fenster.

                              6 Sch. hoch und 3 Sch. weidt die Stubenthür.

      Daß Backhauß

      No. 39             Ist 12 Sch. ming 3 Zoll hoch und hat ein Bogen Gewölb, 6 ½ Sch. hoch und 4 Sch. weidt die Thür.

      Die Schnecke an der Ambttschreiber Stube [= Rongeturm]

      No. 40             Hat 16 steinerne Stuffen biß in andern Stock und iede 4 Sch. breidt und ein Fenster [Zeichnung eines rautenförmigen Fensters] im Aufgangk so 4 Sch. hoch und 3 Sch. weidt, dann 7 Sch. 5 Zoll hoch und 4 Sch. 4 Zoll weidt die Thür zum Eingangk der Schnecken.

      Ein Gemach, wirdt daß Gewölb genendt

      No. 41             Ist 9 Sch. ming 3 Zoll hoch.

                              8 Sch. hoch und 4 Sch. weidt die Thür, und seindt außwendig darvor 6 steinerne Stuffen gegen dem Hoff.

                              6 Sch. ming 4 hoch und 3 Sch. 2 Zoll weidt die 3 Fenster, und

                              3 Sch. hat die Brust hirunter und gehet eine holtzerne Stiege von 13 Stuffen, 3 Sch. 4 Zoll weidt, vom obern Stock herab und eine Thür durch die Mauer in die Kirche, 7 Sch. ming 4 Zol hoch undt 3 Sch. weidt.

      Die Schloß Kirche biß oben in den Schluß

      No. 42             Ist 23 Sch. 5 Zoll, und seindt 2 Genge über einander in solcher Kirchen undt ein Bogen Gewölbt an der Deckenn.

                              8 Sch. 2 Zoll hoch und 5 Sch. weidt die Thür, und außen darvor 6 steinerne Stuffen, 7 Schu langk und über dieser Thür ein Fenster, oben spitzig zu gelauffen, ungehrlichen 8 Sch. hoch  und 6 Sch. weidt.

                              14 Sch. die 3 Erckerfenster hoch und zwey seindt 3 Schue 4 Zoll weidt, das mittler 5 Sch. 10 Zoll weidt. Gleich neben solchen Ercker gehet eine Thür 6 Sch. 5 Zoll hoch und 2 ½ Sch. weidt in die Mauer und in derselben eine Stiege 2 Sch. weidt und 8 Stuffen hoch uff den Predigstuhl.

                              6 Sch. ming 3 Zoll ist von Fuß biß an den Predigstuhl und solcher 9 Sch. hoch, inclus. die Decke oben darüber.

                              8 Sch. 2 Zoll ist vom Fuß biß an den ersten Umbgangk und 4 S. mig 4 Zoll die Brust hoch unden in der Kirchen.

                              7 Sch. 5 Zoll ist solcher hoch biß an den andern daran, ist 3 Sch. 7 Zoll die Brust hoch und 7 Sch. ming 5 Zoll weidt der Gangk.

                              Die Brust under den Erckerfenstern ist 4 Sch. 4 hoch.

                              7 Schu der obere Gangk hoch undt 7 Sch. ming 5 Zoll weidt, die Brust hat 4 Schu an der Höhe.

                              7 Sch. 9 Zoll ist die Brust vom undern Gangk biß zum Fenstern hoch, und 3 ½ Sch. 1 Zoll weidt und 4 ½ Sch. hoch iedes Fenster.

                              Und were dießes also die Beschreibung dieser Kirchen.

      No. 43             Die hohe Seiden Mauer beim großen Thurm [= Schildmauer]

                              wirdt die Höhe am Endte gemeldet, wie auch

      No. 44             Der hohe Thurm [= Bergfried], doch ist hier bey gemeldet, daß ao 1657 hierein ein Gewölb zu einer Silber Cammer gemacht worden.

                              7 Sch. ming 5 Zoll hoch und 3 ½ Sch. weidt die Thür zum Eingangk und uff der Seiden 3 Sch. hoch und 2 Sch. weidt ein Fensterlein.

      Daß Hauß über den Ziehebrunnen

      No. 46             Ist  12 Sch. die Höhe. Am Stock daß große Radt 18 Sch. hoch und 4 Sch. 5 Zoll breidt, und lieget der Weln gleich uff diesen Stocke. Der Brunn und Schöpffaymer heldt 1 hiesigen Aymer, daß Tach daruff ist 14 Schu hoch.


      Anderer Stock

      Vorplatz vor I. Fürstl. Gnaden Gemach

                  No. 1               Ist 13 Sch. hoch.

                                         3 ½ Sch. hoch die Brust under den 4 Fenstern.

                                         5 Sch. hoch und 4 Sch. ming 4 Zoll weidt iedes Fenster.

      Die gebrochene Stiege hat 19 Stuffen von Holtz biß in den dritten Stock und ist 5 ½ Sch. weidt.

                  I. Fürstl. Gnd. Gemach

                  No. 2               Ist 13 Sch. 3 Zoll an der Höhe, der vier Ecken.

                                         3 Sch. 3 Zoll die Brust under denen Fenstern.

                                         5 Sch. ming 2 Zoll hoch und 4 Sch. ming 3 Zoll weidt, vier Fenster.

                                         6 Sch. hoch und 2 ½ Sch. weidt daß Fenster hinder den Offen.

                                         7 Sch. hoch und 3 ½ Sch. weidt die Stuben Thür.

                  Die Cammer daran

                  No. 3               Ist 13 Sch. hoch.

                                         3 Sch. die Höhe der Fenster Brust.

                                         6 Sch. hoch und 4 Sch. ming 4 Zoll weidt iedes Fenster.

                                         7 Sch. hoch und 3 ½ Sch. weidt die Cammer Thür.

      18 Stuffen von Holtz und 3 Sch. weidt, gehet ein Schnecklein biß in daß obere Gemach.

                  Über den Pferdt Ställen im Alten Bau.

                  No. 4 et 6:       Zwey Böden und seindt solche durch gehendt 12 Schue hoch.

                                         Die Stiege an diesem Bau hat 15 höltzerne Stuffen.

                  No. 5               Ist ein niederich und lehn angelegtes Dach.

                  Cammer an der Ambttschreiber Stube

                  No. 7               Ist 12 Sch. ming 2 Zoll hoch.

                                         4 Sch. die Brust an den 2 Fenstern hoch.

                                         3 Sch. 4 Zoll hoch und 3 Sch. ming 2 Zoll weidt die Fenster.

                                         6 Sch. hoch und 2 ½ Sch. weidt die Cammerthür.

                  Der Ambttschreiber Stube

                  No. 8               Ist 11 ½ Sch. hoch.

                                         3 ½ Sch. die Fensterbrust.

                                         4 Sch. hoch und 3 Sch. ming 3 Zoll weidt die Fenster.

                                         5 Sch. hoch und 2 weidt die Stuben Thür.

                  Die Küche vor der Ambttschreiber Stube

                  No. 9               Ist 11 ½ Schue hoch.

                                         3 Sch. hoch und 2 Sch. weidt daß Fenster.

                                         4 Sch. hoch die Brust darunter.

                                         6 Sch. hoch und 2 ½ weidt die Thür.

      No. 10             Ist ein Vorblatzs, 12 Schu hoch, und gehen von diesen Ort 19 steinerne Stuffen in der Schnecken biß zu den dritten Stock.

      Seindt auch al so [Zeichnung eines rautenförmigen Fensters] 2 Fenster zwischen gemelten 19 Stuffen in der Schnecken, iedes 4 Sch. hoch und 3 Sch. weidt.

      Vorgemach oder sonst der Kirchen Saal genandt

      No. 11             Ist 12 Sch. hoch undt gehet in der Ecke deß Hoffs eine Stiege in der Mauer biß uff den obern Umbgangk in der Kirchen von 6 Stuffen und 2 Sch. weidt. Die Thüren zum Ein- und Außgangk solcher Stiegen seindt 7 hoch und 3 Sch. weidt.

                              7 ½ Sch. die Brust under den Fenstern hoch.

                              4 ½ Sch. die Fenstern hoch und 3 Sch. 9 Zoll weidt.

                              7 Sch. ming 5 Zoll hoch und 3 Sch. 2 Zoll breidt ist die Thür zum Eingang der Kirchen uff den undern Umbgangk.

      No. 12             Ist die Kirche und stehet solche drüben, No. 42, mit der Beschaffenheidt.

      Cammer über der Ambtt Stube

      No. 13             Ist 11 Schu hoch.

                              4 Sch. die Brust under den Fenstern.

                              3 Sch. hoch und 2 Sch. weidt daß Fenst., hierbey ist zu erinnern, daß diese Cammer schon mit einer Seiden in den Dach Stuhl begriffen, und ist im Dach 1 Fenster 2 ½ Sch. hoch und 2 S. weidt. Die Brust darunder ist 2 ½ Schue hoch.

                              7 Sch. ming 3 Zoll hoch und 2 Sch. weidt die Secret und Cammer Thür.

      Die Ercker Stube daran

      No. 14             Ist 11 Sch. hoch.

                              4 Sch. ming 3 Zoll die Brust.

                              4 Sch. hoch und 3 Sch. ming 2 Zoll weidt die 5 Fenster.

                              6 Sch. hoch und 2 ½ Sch. weidt die Thür.

      Eine Cammer

      No. 15             Ist 11 Sch. ming 3 Zoll hoch.

                              6 Sch. hoch und 3 Sch. ming 3 Zoll die Thür.

      No. 16             Ist ein Gangk von 7 Schuen hoch, gewölbet, in die Kirche.

      No. 17             Ist eine Cammer von 11 Sch. ming 3 Zoll in der Höhe.

      No. 18             Ebenfalß eine Cammer, 11 Sch. ming 3 Zoll hoch. Die Thüren an diesen dreyen Cammern seindt iede 6 Sch. hoch und 3 Sch. ming 3 Zoll weidt.

      No. 21             Ein langer Saal, 11 Sch. ming 3 Zoll hoch.

                              Hier ist zu mercken, daß wie der Saal und die andern Gemecher gehenn, alles im Dach mit begriffen sein. Daß ober Bödelein aber im Giebel ist 12 Sch. 3 Zoll hoch, und hat iede Seiden 8 Dach Fenster, alß 4 unden und 4 oben nach der Lenge, die Brust vor ieden ist 4 Sch. und iedes Fenster 4 Sch. ming 2 Zoll hoch und 2 Sch. weidt.

      Eine Cammer

      No. 19             Ist 10 Sch. 5 Zoll hoch.

                              3 Sch. 4 Zoll die Brust hoch.

                              4 Sch. 2 Zoll hoch und 3 Sch. ming 4 Zoll weidt die Fenster.

                              6 Sch. hoch und ming 3 Sch. weidt die Thür.

      Die Stube daran

      No. 20             Ist 10 Sch. 6 Zoll hoch.

                              3 Sch. 6 Zoll die Brust und

                              4 Sch. 1 Zoll hoch und 2 Sch. 7 Zoll weidt iedes Fenster.

                              6 Sch. ming 2 Zoll hoch undt 2 ½ Schue weidt die Thür.

      Die Dachungen über No. 14 et 20 können nicht gerissen, noch beschrieben werden,

      weiln solche in so vielerley Kehlen eingerichdet seindt, doch 13 Schue hoch daß Dach.

      No. 22             Die hohe Mauer biß am Neuen Bau, solle beim dritten Stock gemeldet werden.

      No. 23             verbleibet biß zum Endte.

                              Daß Signum Lit. A ist deß Leudenandts Gemach über deß Wechter Quartier, alß

      (No. 1             Ist 10 Sch. hoch der Vor Saal, 4 Sch. die Brust, 3 Sch. hoch, 2 ½ Sch. weidt 1 Fenster.

      2, 3, 4              Ist 9 ½ Sch. hoch die Fenster. Daß Dach ist viereckicht zuegelauffen. Und gehet eine Stiegen 4 Sch. weidt und 16 Stuffen von dem undern Stock herauf.

                              3 Sch. 3 Zoll die Brust in mittelm Fenster, 5 Sch. ming 3 Zoll hoch und 4 Sch. ming 2 Zoll weidt diß Fenster.

                              4 Sch. ming 1 Zoll die Brust.

                              5 Sch ming 2 Zoll hoch daß Fenster. 4 Sch. ming 2 Zol die Brust, 5 Sch. ming 1 Zoll hoch, 4 Sch. 4 Zol weidt daß Fenster uf die Brücke.)

      No. 1, 2           Ist 10 Schue hoch der Vor Saal, die Brust deß Fensters in solchen Vorsaal 4 Schue hoch, daß Fenster 2 ½ Schue weidt und 3 Schue hoch.

      Deß Leudenants Stube

      No. 3               ist 9 ½ Schue hoch, 4 Schue ming 1 Zoll die Brust im Fenster hoch und

                              5 Schue ming 2 hoch, dann 2 Schue weidt daß Fenster gegen Altershaußen zue.

      3 Schue 3 Zoll die Brust hoch, dann 4 Schue ming 2 Zoll weidt und 5 Schue ming 3 Zoll hoch, daß mittlere Fenster gegen die Statt.

      4 Schue hoch die Brust und 5 Schue ming 1 Zoll hoch, dann 4 Schue 4 Zoll weidt daß Fenster gegen die Statt.

      4 Schue hoch die Brust und 5 Schue ming 1 Zoll hoch, dann 4 Zoll weidt daß Fenster gegen die Zugbrücken.

      6 Schue ming 1 Zoll hoch und 3 Schue weidt die Stubenthür.

      Die Cammer an solcher Stube

      No. 4               Ist 10 Schue ming 2 Zoll hoch.

                              4 Schue die Brust.

                              3 Schue hoch undt 2 Schue weidt iedes Fenster, und seindt deren 2.

                              6 Schue 2 Zoll hoch und 2 Schue 7 Zoll weidt die Cammerthür.

                              16 Stuffen ist die Stiege bey der Küchen hoch und 3 weidt.

                              21 ½ Schue ist daß Dach hoch und läufft oben ins Gevierdte flach zusammen.


      Dritter Stock

                  Vorplatz

                  No. 1               Vorplatz bey I. F. G., der Hertzogin Gemach.

                  No. 1               Ist 13 Schu hoch.

                                         3 Schu hoch die Brust.

                                         6 Schu hoch und 4 Sch. ming 4 Zoll weidt die 4 Fenster.

      5 Schu die Stiege hinauf weidt. 9 Stuffen biß zum Bruch und vom Bruch biß hinauf vor I. F. G. Gemach 10 Stuffen und also 19 Stuffen von Holtz hoch.

                  I. F. G. der Hertzogin Gemach

                  No. 2               Ist 13 Sch. hoch.

                                         3 Sch. 3 Zoll hoch die Brust.

                                         4 Sch. ming 4 Zoll weidt und 6 Schu hoch die 4 Fenster.

      3 Sch. ming 3 Zoll weidt und 6 Schu hoch daß Fenster hinder den Offen.

                                         7 Sch. hoch und 3 ½ Sch. weidt die Stuben Thür.

                                         6 Sch. hoch und 3 Sch. ming 4 Zoll weidt die Thür in daß Secret.

                  Die Cammer daran, gegen die Weinberg

                  No. 3               13 Sch. hoch

                                         3 ½ Sch. die Brust under den Fenstern hoch.

                                         5 Sch. ming 1 Zoll hoch und 4 Sch. ming 4 Zoll weidt die 2 Fenster

      3 Sch. ming 4 Zoll weidt und 6 Schu hoch die Cammer und Secret Thür.

                  Die Schlaff Cammer daran

                  No. 4               13 Sch. hoch

                                         3 ½ Sch. hoch die Brust bey den Fenstern.

                                         6 Sch. hoch 4 Sch. ming 3 Zoll weidt die 2 Fenster.

                                         7 Sch. hoch 3 ½ Sch. weidt die Cammer Thür.

                  Der Boden über denn Reidtställen im Alten Bau

      No. 5               Ist 15 Schue hoch, die Fenster Löcher seindt 4 Schu hoch und 3 Schu weidt.

      Die Schlaff Cammer

      No. 6               Ist 11 Schu hoch.

                              3 ½ Sch. die Brust uff beyden Seiden.

                              3 ½ Sch. hoch 2 Sch. weidt die 2 Fenster gegen den Hoffe.

                              4 Sch. hoch 3 Sch. weidt die Fenster gegen die Statt.

                              6 Schu hoch und 2 Sch. 4 ½ Zoll weidt, die Cammerthür.

      Die alte Fürsten Stube

      No. 7               Ist 11 Sch. 1 Zoll hoch.

                              4 Sch. hoch die Fenster Brust, gegen den Hoff.

                              5 Schu 2 Zoll hoch und 4 Sch. weidt gegen den Hoff, die Fenster.

                              6 Schu ming 3 Zoll hoch und 4 Schu weidt die 2 Fenster im Ercker.

                              6 Schu hoch und 3 Sch. 1 Zoll weidt die Stubenthür.

      Daß Vorgemach vor obiger Stube

      No. 8               Ist 11 Sch. 1 Zoll hoch.

      Der große Saal

      No. 9               Ist 14 Sch. ming 3 Zoll hoch.

                              4 Sch. ming 5 Zoll hoch die Brust gegen dem Hoffe.

                              6 Sch. hoch und 3 Sch. 9 Zoll weidt die 2 Fenster gegen dem Hoffe.

                              3 Sch. ming 2 Zoll weidt und 1 Sch. ming 6 Sch. ming 1 Zoll hoch, oberhalb deß Kirchen Erckers.

                              3 Sch. 9 Zoll weidt und 6 Sch. ming 1 Zoll hoch, iedes von den dreyen gegen der Statt.

                              3 ½ Schu die Brust an gemelten 3 Fenstern.

                              7 Schu 2 Zoll hoch die Thür zum Eingangk bey der Schnecken

                              und 4 Sch. ming 3 Zoll weidt, und außen hier vor seindt 2 Stuffen.

                              7 Schu die Thür über den langen Gangk, 7 Sch. ming 4 Zoll hoch, und 2 Sch. 8 Zoll weidt.

      Der lange Gangk über den Hoff gegen I. F. G., der Hertzogin Gemach zue

      No. 10             Ist die Krantz Mauer, 9 ½ Sch. hoch.

                              2 Sch. 10 Zoll weidt und

                              3 Sch. 3 Zoll hoch ist ieder Fensterladen, deren 4.

                              3 ½ Sch. ist der Gang weidt und hat uff den Hoff zue ein Seiden Geleder mit Stollen, 4 Sch. hoch.

                              42 Sch. ist sonsten dieser Gangk vom Hoff ahn biß ins Tach hoch, und darüber ein schmahles Dächlein.

      No. 11             Der dicke Thorn solle letzlichen gemeldet werdten, weiln solcher nicht gleich in die Stockwergke ein zu theilen.


      Der vierdte Stock

                  Vor Gemach oder Saal

                  No. 1               Ist 10 Sch. 1 Zoll hoch.

                                         3 ½ Schue die Brust ringst herumb unter den Fenstern.

                                         3 Schu ming 3 Zoll weidt und 5 Schue ming 5 Zoll hoch, die 5 Fenster.

      5 Schue ming 3 Zoll hoch und 4 Schue ming 2 Zoll weidt das Fenster bey der Stiegen.

                                         5 Schue ming 2 Zoll breit die Stiege undt

                                         10 Stuffen biß zum Bruch und 9 Stuffen uff diesen Saal.

                  Der fürstl. Freulein Gemach

                  No. 2               Ist 10 Schue 1 Zoll an der Höhe.

                                         3 ½ Schue die Brust unter den Fenstern hoch.

                                         4 ½ Schue die Fenster hoch und 3 Schue ming 3 Zoll weidt.

                                         6 Schue 2 Zoll hoch und 3 Schue ming 4 Zoll weidt die Stuben Thür.

                  Die Schlaff Cammer daran

                  No. 3               Ist 10 Schue hoch.

                                         3 ½ Schue die Brust hoch under den Fenstern.

                                         4 ½ Schue hoch und 3 Schue ming 2 Zoll weidt die 2 Fenster.

                                         6 ½ Schue hoch, 3 Schue ming 4 Zoll weidt die Cammerthür.

                                         6 Schue hoch und 3 Schue ming 3 Zoll weidt, die Secret Thür.

                  Daß Frauen Zimmer

                  No. 4               Ist 10 Schue 2 Zoll hoch.

                                         3 ½ Schue hoch die Brust under den Fenstern.

                                         4 ½ Schue hoch und 3 Schue ming 3 Zoll weidt die 2 Fenster.

                                         6 Schue 3 Zoll hoch und 3 Schue ming 4 Zoll weidt die Stuben Thüer.

      A                     gehet an der Wandt eine Stiege biß vor deß Hr. Stallmeisters Gemach, ist 3 Schue weidt und 14 Stuffen hoch.

      Die Schlaff Cammer daran

      No. 5               Ist 10 Schue in der Höhe.

                              3 ½ Schue die Brust hoch.

                              3 Schue ming 3 Zoll weidt und 4 ½ Schue hoch die 2 Fenster.

                              6 Schue 3 Zoll hoch und 3 Schue ming 3 Zoll weidt die Thür.

                              6 Schue hoch und 2 Schue ming 2 Zoll weidt die Secret Thür.

      No. 6               Ist daß Dach und Boden biß zum Ende deß Alten Baues 17 Schue hoch und keine Dach Fenster.

      No. 7               Ist der Schüdtboden über der alten Försten Stuben biß im Giebel 17 Schu hoch und hat keine Dachfenster, wie der uff dem Aldenbau.

      Lit. B              Solle die Höhe dieser Schnecken [= Rongeturm] zue Endte angeben werden.

      Vorgemach

      No. 8               Ist 11 Schue 5 Zoll hoch und ist mitt ins Dach begriffen.

                              4 Schue 5 Zoll hoch die Brust am Dach unter den 2 Fenster uff ieder Seiten.

                              2 Schue 7 Zoll die Fenster hoch und 1 Schue 2 Zoll weidt im Dach.

      Lit. C              Gehet in diesem Vor Gemach oben zur Uhrstube, und ist 18 Stuffen hoch und 3 Schue breidt.

                              7 Schue hoch und 3 ½ Schue weidt ist die Thür zum Eingangk dieses Vorgemaches.

      Die Eckstube gegen den Hoffe

      No. 9               Ist 11 Schue 2 Zoll hoch.

                              4 Schue die Brust am Fenster hoch.

                              3 ½ Schue weidt und 5 Schue hoch die 2 Fenster.

                              6 Schue hoch 2 ½ Schue weidt, die Stuben Thür.

      Die Cammer daran

      No. 10             Ist 11 Schue 2 Zoll hoch.

                              4 Schu die Brust unter den 2 Dach- und Giebelfenster hoch.

                              4 ½ Schue hoch und 3 Schue 3 Zoll weidt daß Fenster im Giebell.

                              2 ½ Schue hoch und 2 Schue 9 Zoll weidt die 2 Dachfenster.

                              6 Schue hoch und 2 ½ Schue weidt die Cammerthür.

      Die Stube gegen die Stadt zue

      No. 11             Ist 11 Schue ming 2 Zoll hoch.

                              4 Schue die Brust hoch unter dem Fenster.

                              5 Schue die 2 Fenster hoch und 3 ½ Schue breidt.

                              6 Schue hoch und 2 Schue 7 Zoll weidt die Stubenthür.

      Die Cammer daran

      No. 12             Ist 11 Schue hoch.

                              4 Schue die Brust under den Fenstern hoch undt

                              4 Schue 4 Zoll hoch und 3 Schue 5 Zoll breidt, daß Fenster im Giebell.

                              4 Schue die Brust under den 2 Dachfenstern hoch.

                              2 Schue 7 Zoll hoch und 2 Schue weidt, die 2 Fenster im Dach.

                              2 ½ Schue weidt und 6 Schue hoch die Cammer Thür.

      No. 13             Der dicke Thorn.


      Fünffter Stock

      No. 1               Ist 10 Schue ming 3 Zoll hoch.

                              4 Schue ming 2 Zoll die Brust unter den Fenstern hoch.

                              3 Schue weidt und 4 ½ Schue hoch, die 2 Fenster.

                              3 Schue ming 5 Zoll die Stubenthür weidt und 6 Schue hoch.

      Die Cammer daran

      No. 2               Ist 10 Schue ming 3 Zoll an der Höhe.

                              3 Schue die Brust under den 2 Fenstern.

                              3 Schue ming 2 Zoll weidt und 5 Schue ming 4 Zoll hoch, die Fenster.

                              3 Schue ming 3 Zoll weidt und 6 Schue hoch, die Cammerthür.

      Daß Vorgemach

      No. 3               Ist 10 Schue ming 5 Zoll hoch.

                              4 Schue hoch die Brust der 2 Dachfenster gegen die Gräffenberg.

                              3 Schue 7 Zoll hoch und 2 Schue weidt die 2 Dachfenster.

                              6 Schue ming 3 Zoll hoch und 2 Schue weidt die Thür zum Secret.

                              13 Stuffen hoch und 2 ½ Schue weidt die Stiege biß uff den 4. Boden.

                              4 Schue hoch die Brust im Dachfenster gegen dem Hoff zu.

                              2 Schue 7 Zoll daß Fenster an solchen Ordt hoch und 2 Schue weidt.

      Die rothe Stube gegen die Gräffenbergk

      No. 4               Ist 10 Schue ming 1 Zoll an der Höhe.

                              4 Schue ming 3 Zoll die Brust am Fenstern hoch und

                              3 Schue 5 Zoll weidt und 4 Schue ming 3 Zoll hoch die Fenster gegen die Gräffenberg.

                              4 Schue die Brust am Fenstern gegen die Zugkbrücken, und

                              5 Schue ming 4 Zoll hoch und 3 Schue ming 3 Zoll weidt solche Fenstern.

                              3 Schue ming 2 Zoll weidt und 6 Schue 4 Zoll hoch die Stubenthür.

      Die Cammer daran

      No. 5               Ist 10 Schue ming 2 Zoll hoch.

                              4 Schue ming 2 Zoll die Brust hoch.

                              4 ½ Schue hoch und 3 Schue ming 3 Zoll weidt die 2 Fenster.

                              6 Schue 4 Zoll hoch und 3 Schue ming 2 Zoll weidt die Cammer Thür.

      Die Grüne Stube

      No. 6               Ist 10 Schue ming 3 Zoll hoch.

                              4 Schue die Brust am Fenstern hoch.

                              5 Schue die 2 Fenster hoch und 3 Schue ming 3 Zoll weidt.

                              3 Schue ming 3 Zoll weidt und 6 Schue hoch, die Stuben Thür.

      Die Cammer daran

      No. 7               Ist 10 Schue ming 3 Zoll hoch.

                              3 Schue ming 3 Zoll weidt und 6 Schue 4 Zoll hoch die Cammerthür.

                              4 Schue die Fenster Brust hoch undt

                              3 Schue ming 3 Zoll weidt und 4 ½ Schue hoch die 4 Fenster.


      Sechster Stock alß die Tachung uff den Neuen Bau

      Solches weiset der Riß wie die Tachung stehen, maßen die selben aber seindt 11 Schue biß im First hoch uff denen obern Gemächern uff dem Neuen Bau, und ist dieses ein gleich durch gehendes Tach über No. 4, 5, 6, 7. Hat auch gegen die große Fahrbrücken 4 Tachfenster, die Brust unter solchen Fenstern ist 4 Schue hoch, 2 Schue weidt, 2 Schue 8 Zoll hoch die 4 Tachfenster.

      Aber im Zwerch Tach über No. 3 ist ein Fenster gegen die Gräffenberg und eines gegen den großen Thurm zue, in obiger Höhe und Weide, wie abgemeßen. In dem Tach aber über 1, 2, welches auch die Lenge gehet, ist kein Tachfenster.

      In jeden Giebel aber ist ein Fenster gleichenfalß in obiger Form.

      Hierbey ist zu mercken, daß oben diese 3 Tachungen in einer Höhe sein, aber in der Mitte, daß Zwehr Tach, läufft hinab biß uff No. 3, vor deß Hr. Stallmeisters Gemach.


      Die Tachungen über den virdten Stock

      Hierbey wirdt erinnerdt, daß über No. 9 et 11, weiln die beede Ercker Stuben durch daß Dach uff beeden Seiden, oben im Giebel Zwehrtächer.

      Von 8, 10, 12 läufft das Tach in einer Höhe hienauf also daß oben in einen First die Tachung über den beeden Stüblein und Bödelein 11 Schue hoch seindt, seindt uff ieder Seiden deß Tachs neben denen Erckertächern 1 Fenster, iedes 3 Schue ming 5 Zoll hoch und 1 Schuh 9 Zoll weidt.

      Wie denn auch daß Fenster im Giebel, hat gleiche Höhe und Weidte, die Brust aber unter solchen Fenstern ist 4 Schue hoch.


      Der große Thorn im Hoffe [= Bergfried]

      Ist nach beschehener Abziehung mit der Schnuhr biß an daß Schiefer Tach

                              102 Schue 9 Zoll hoch, biß an daß Schiefer Tach, alß

      10 Schue         Ist daß neue Gewölb oder Silber Cammer, so darin gemacht worden, hoch.

      25 Schue         Ist von solchen Gewölb biß auf den ersten höltzern Boden.

      17 Schue und 9 Zoll   biß auf den andern Boden. Zwischen diesen zweyen Böden seindt 2 Gefengknüße über ein ander, 8 Schue und 4 Zoll.

      19 Schue         Biß auf den dritten Boden.

      12 Schue         Biß uff daß Gewölb. Von dar gehen 12 Stuffen in der Mauern biß uffs Gewölb.

      10 ½ Schue     Biß daß die Decke ein Endte hat und ist der Absats 8 Schue dick.

      8 ½ Schue       Die Crone Mauer hoch, biß an daß Tach und ist 4 Schue dick.

      2 Schue           Die Brust hoch, unter den Lufft Löchern.

      4 Schue           Die Lufft Löcher hoch und

      1 Schu 10 Zoll           weidt.

      89 Schue         Ist daß Dach hoch biß daß die Sparn in der Helm Stangen zusammen gehen.

      86 Schue         Ist die Dicke dieses Thorns uff dem Hoff.

      7 Schu ming 5 Zoll hoch und 3 ½ Schue weidt, die Thür zum Eingang,

      und 3 Schue hoch 2 Schu weidt, ein Fensterlein darneben in daß

      underste Gewölb.


      Die Schnecken nebenst der Ambttschreiber Gemach [= Rongeturm]

      Ist 69 Schue 1 Zoll hoch, vom Hoff biß an daß Tach, und hat 58 Stuffen solche Schnecken, jede 8 Zoll hoch und 4 Schue undt 7 Zoll lang, darvon gehen

                  16 Stuffen biß vor der Ambttschreiber Stube, vom Hoff an.

                  18 Stuffen biß vor die Alte Försten Stube.

                  24 Stuffen biß zu Ende alwo man in die öbern Boden Gemecher gehet.

      Alhier gehet ein Stieglein von 9 Stuffen und 2 ½ Schu weidt in die Höhe in ein Cämmerlein oben uff dieser Schnecken, und ist solches

                  10 ½ Schue hoch biß an die Decke.

                  3 ½ Schue die Brust der Fenster.

      4 Schue ming 4 Zoll hoch und 2 Schue 9 Zoll weidt ist iedes Fenster und seindt deren vier.

      Vom Boden über den Eck Gemechern gehet man uff einen Gänglein über in daß Stüblein uff obigen Cämmerlein, worinnen ietzo die Schlag Uhr stehet, und ist

                  10 ½ Schue solches hoch.

                  3 ½ Schue die Brust under den Fenstern.

                  4 Schue ming 4 Zoll die Fenster hoch undt

                  2 Schue 9 Zoll an der Weidte, und seindt deren auch vier.

      Darbey wirdt erinnert, wo daß Cammerein anstehet, da ist die Schnecken in Winckel rechte 6 Ecken, biß zu Ende deß Stübleins darüber, aufgeführet, und ist iede Ecke 7 Sch. 5 ½ Zoll weidt und die Mauer 1 Sch. dick.

      Die Höhe deß Tachs aber kan nicht gemeßen werden, und wie es sonsten formiret weiset Hr. Richters Riß.

      Herzliche Einladung zu einem Vortrag am 06.03.2026 im Eiring

      Wir freuen uns, gemeinsam mit dem Historischen Verein Landkreis Haßberge e.V. zu einem Vortrag des Spezialisten für historische Ofenkacheln einzuladen: Dr. Rosmanitz referiert am Freitag, den 6. März um 18:30 Uhr im Café Eiring / Herrenschenke über die Ofenkacheln des Schlossbergs.

      Dr. Rosmanitz hatte 2025 den Schlossberg besucht und dort die zahlreichen Ofenkachelfragmente unter die Lupe genommen, die wir seit ca. 1980 gesammelt haben. Der Großteil der Kacheln stammt vom Teilabriss der Nordmauer (2011). Wir sind sehr gespannt auf die Geheimnisse, die Dr. Rosmanitz den „Bröseln“ entlocken kann!

      Weitere Informationen:

      Burggeschichte

      1168: Kaiser Friedrich I. Barbarossa lässt die Burg Bramberg zerstören [1]. Vermutlich auch zum Schutz des nicht weit entfernt gelegenen Rennwegs – einer auf dem Haßbergkamm gelegenen, wohl frühmittelalterlichen Hochstraße – wird wenig später die Reichsburg Königsberg errichtet [2, 3].

      Burgruine Bramberg. Zeichnung: Michael Klug.
      Burgruine Bramberg. Zeichnung: Michael Klug.

      1198: In einer Urkunde des Klosters Michelsberg in Bamberg wird ein Konrad Schultheiß von Königsberg (Conradus scultetus de Cuningesberc) erwähnt [4]. Es könnte sich um den Reichsministerialen der Burg gehandelt haben [5].

      1234: König Heinrich VII. adressiert ein Schreiben an die fränkischen Reichsministerialen, darunter auch der Schultheiß von Königsberg [6, 7].

      1243: Burg und Stadt (castrum et oppidum) gehen an das Hochstift Bamberg [8].

      1249: Der Bischof von Bamberg verpfändet u.a. die Burg Königsberg an Graf Hermann I. von Henneberg [9]. Das Pfand wird nicht mehr ausgelöst. Die Henneberger wandeln die ehemalige Reichsburg in einen Amtssitz um.

      1295: Nach dem Erlöschen der Linie Henneberg-Coburg gelangen die Burggrafen von Nürnberg kurzzeitig in den Besitz Königsbergs [10, 11].

      1312: Königsberg gehört als Teil der „Pflege Coburg“ den gefürsteten Grafen von Henneberg-Schleusingen.

      1317: In der ältesten Beschreibung des Amts Königsberg werden erwähnt [12]:
      – die Kemenate in der Burg
      – eine Hofstätte in der Burg
      – die Kelterei (jetzt Jugendherberge), zwei Hofstätten und ein Garten in der Vorburg
      – der Gräfenberg am Schlossberg (Weinberg)
      – ein Baumgarten bei der Burg
      – ein Garten in der Elsa (unterhalb des Schlossbergs)
      – die Gräfenwiese in der Hellinger Au
      Sowie diverse Besitzungen als Burggut und Lehen.

      1350: Nach dem Tod ihres Mannes übernimmt Jutta von Henneberg-Schleusingen die Regentschaft. Kaiser Karl IV. belehnt sie unter anderem mit Burg und Stadt Königsberg [13].

      1353: Juttas Tochter Sophie bringt Königsberg als Mitgift in die Ehe mit Burggraf Albrecht dem Schönen von Nürnberg ein.

      1374: Durch die Ehe ihrer Tochter Anna mit Herzog Swantibor III. von Pommern-Stettin gelangt Königsberg als Mitgift an jenen.

      1394: Der Würzburger Bischof kauft das Amt Königsberg von Swantibor, veräußert es aber schon im Jahr 1400 an die Wettiner, Landgrafen von Thüringen, Markgrafen von Meißen.

      1418: In der Vorburg wird ein neues Burghaus mit Stall errichtet [14]. Aus dem Gebäude geht das spätere Amtsgericht hervor.

      um 1430: Im Zuge der Hussitenkriege erwerben die Wettiner die sächsische Kurfürstenwürde. Um für weitere Hussiteneinfälle gewappnet zu sein, befestigen und verstärken sie die Burg [15]. Bis 1442 wird an den Ringmauern und Zwingeranlagen gebaut [16]. Vermutlich stammt auch der komplett ausgemauerte, tiefe Brunnen im Burghof aus dieser Zeit [17].

      1447: Ritter Apel Vitzthum erhält im Laufe des sächsischen Bruderkriegs die Pflege Coburg mitsamt der Burg Königsberg. Als Vitzthum bei Herzog Wilhelm III. von Sachsen in Ungnade fällt und sich gegen ihn stellt, muss Wilhelm um 1451 auch Königsberg mit Gewalt zurückerobern.

      1485: Königsberg fällt in der Leipziger Teilung der ernestinischen Linie der Wettiner zu.

      1486: Der komplette Burghof wird gepflastert [18]. Das Amtspersonal besteht damals aus:
      – dem Amtmann
      – dem Kellner oder Untervogt
      – dem Unterkellner
      – einem oberen und einem unteren Wagenknecht
      – dem Hausmann oder Türmer
      – dem Torwächter
      – zwei inneren und zwei äußeren Wächtern
      – zwei Förstern
      – einem Landsknecht

      1491: Umfassende Erneuerung des Palisadenzauns um die Burg [14].

      1498 – 1511: Bauarbeiten an den Ringmauern und Zwingeranlagen [14, 18]. Wenig später wird der Pulverturm erstmals erwähnt [18]. Die weiteren Mauertürme und Rondelle entstehen bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts.

      Die Burg Ende des 16. Jh.
      Die Burg Ende des 16. Jh.

      1510: Ein Amtserbbuch hält die zur Burg gehörigen Ländereien fest [19]:
      Vor oder bei der Burg
      – 3 Felder vor der Burg (zu Kunigsberg vor dem Schlos)
      – 1 Krautgarten sowie 1 Baumgarten bei der Burg
      – 1 Hanfbeet zwischen Burg und Stadt [14]
      – Obst- und Walnussbäume am Berg [14]
      Am Gräfenberg
      – Weinberge am Gräfenberg unterhalb der Burg (Schlossberg)
      – eine Wiese unterhalb des Gräfenbergs
      – ein Fischteich unterhalb des Gräfenbergs, wird vom Amtmann genutzt
      Unterhalb des Gräfenbergs, in der Flurabteilung „Elsa“
      – 1 Krautgarten und 1 Rübenbeet
      – das Weidach oder Weidicht – eine mit Weiden besetzte Wiese; die Weidenruten werden noch im 17. Jahrhundert zum Anbinden der Rebstöcke genutzt
      Im Talgrund
      – 1 Wiese in der Königsberger Au, Gräfenwiese genannt
      sowie weitere Rechte und Besitztümer im Umkreis.

      Folgende Gebäude und Räumlichkeiten erscheinen in alten Aufzeichnungen aus der Zeit um 1500 [18]:
      – Zaun, Ringmauer (Rincke-Mawer), Zwinger (Mawern am Zwinger)
      – Kleine Brücke (Fußgängersteg)
      – Äußere Pforte
      – Große Zugbrücke
      – Torhaus (Thor Hawße)
      – Äußeres Gatter
      – Inneres Gatter
      – Torstube
      – Wächterkammer
      – Alte Kemenate (Alte Cematten)
      – Hohe Kemenate (Hoche Cematten)
      – Hofstube
      – Frauenkammer (Frawen Camer)
      – Stube und Kammer des Amtmanns
      – Burgkapelle, dem heiligen Bartholomäus geweiht
      – Burgküche
      – Backhaus
      – Burgkeller
      – Flachskammer (Flags Camer)
      – 3 Schweineställe, Kuhstall
      – Brunnenhaus mit Tretrad, Welle, Brunnenkette und Eimer
      – Bergfried (Durm) mit Türmerstube (clein Stubenn uff dem Thurn)

      1525: Im Bauernkrieg bleibt die Burg unbeschädigt.

      1544/45: Der damalige Amtmann, Eberhard von der Thann, lässt einen Neubau mit Bade- und Fürstenstube im Westen der Kernburg aufführen [20].

      Eberhard von der Thann (nach einem alten Abbild)
      Eberhard von der Thann (nach einem alten Abbild).

      1547: Im Schmalkaldischen Krieg stürmen auf Befehl des Markgrafen Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach die Truppen von Albrecht Förtsch und Wolf von Egloffstein die Burg und nehmen sie ein [21]. Friedrich von Waldau wird Burghauptmann. Alle Versuche der Ernestiner, die Burg zurückzuerobern, scheitern [22].

      1549: Kaiser Karl V. belehnt Markgraf Albrecht mit Königsberg.

      1550: Markgraf Albrecht verpfändet das Amt an seinen Kampfgefährten, Ritter Wilhelm von Grumbach. 1551 kauf Kurfürst Moritz von Sachsen – ein Albertiner – das Amt Königsberg, verpfändet es aber schon 1552 an das Hochstift Würzburg.

      1553: Erneut überfällt Markgraf Albrecht mit seinen Truppen das Amt, kann es jedoch nicht halten.

      Die Amtmänner des Würzburger Bischofs erweitern das Torhaus im Nordosten und richten dort ihre Wohn- und Amtsstube sowie eine neue Küche ein.

      1569: Die Herzöge von Sachsen-Weimar lösen das Pfand wieder aus. Der Bauunterhalt für die Burg beschränkt sich für die kommenden 25 Jahre auf ein Minimum.

      1594: Der Schlossberg ist in einem desolaten Zustand. Nach einer Begutachtung durch Humpert von Langen beschließt die Regierung zu Weimar umfangreiche Instandsetzungsarbeiten. Die teilweise eingefallene äußere Ringmauer um den Graben wird saniert, 1595 anstelle eines alten, baufälligen Rundturms der viereckige Wächterturm zu bauen begonnen, das Dachgeschoss des Bergfrieds abgerissen und ein neues Dach erstellt, im südlichen Wallgraben ein mächtiger Pfeiler zum Abfangen der großen Ringmauer errichtet [23], 1596 mit dem Umbau der alten Kemenate begonnen [14].

      1605 – 1607: Das Tor- und Amtshaus wird umgebaut [15, 18]

      Herzogin-Witwe Dorothea Maria von Sachsen-Weimar

      1611 – 1614: Auf Befehl von Herzogin Dorothea Maria von Sachsen-Weimer und unter Aufsicht des weimarer Bauschreibers Joachim Kreich wird die hohe Kemenate um ein Fachwerkobergeschoss reduziert und mit einem niedrigeren Dach versehen sowie die alte Kemenate bis auf das Kellergeschoss abgerissen und stattdessen ein „Neuer Bau“ errichtet [18]. Die Gemächer, welche die fürstliche Familie bei ihren Besuchen in Königsberg bezieht, werden dorthin verlegt.
      Den Zugang zur hohen Kemenate bildet fortan ein sechseckiger Treppenturm (Rongeturm) mit welscher Haube.

      1614/15: Dorothea Maria befiehlt, die alte Burgkapelle einzureißen und durch eine neue Schlosskirche mit Kanzel und doppelter Empore zu ersetzen [18].

      1616: Ein Schlossinventar erwähnt folgende Räumlichkeiten [18]:
      Amtshaus
      – Amtsstube
      – Wohnstube mit Kammer
      – Küche mit Speisekammer
      – 2 Erkerstübchen, 2 Kammern, 1 Knechtskammer
      – Dachboden
      Hohe Kemenate
      – Schlosskirche
      – Speisesaal
      – 2 Giebelstübchen mit 2 Kammern
      – Turm mit Wendeltreppe, kleines Gemach, Stube, Kammer
      Neuer Bau
      – Küchenstube
      – Große Küche mit Speisekammer, Gemach, Kammer und Saal
      – Großes Gemach, 6 Kammern, Saal, Gemach, 4 Stuben
      Wächterturm
      – 2 Stuben, Kammer
      Neues Häuslein
      – Backstube
      – Alte Reiterstube mit Kammer
      – Alte, renovierte Fürstenstube mit Kammer
      – Dachboden
      Badestube

      1617: Ebenfalls auf Geheiß Dorothea Mariens wird der Speisesaal in der hohen Kemenate grunderneuert [18].

      1618 – 1648: Im Dreißigjährigen Krieg kommt es zu häufigen Einquartierungen und Überfällen, worunter die Räumlichkeiten (Fenster, Türen, Mobiliar, Kachelöfen, Ausschmückungen) sehr leiden. Der massive Baukörper übersteht diese Zeit jedoch nahezu unbeschadet.

      Ab 1640: Die Schäden des Dreißigjährigen Kriegs werden allmählich behoben. Die große Fahrbrücke wird vom Nordosten (zwischen Seckendorff- und Amtsturm) in den Osten, an die heutige Stelle verlegt.

      1663/64: Nach mehrmaligem Blitzschaden (1621, 1627, 1634, 1635), beginnt der Abbruch des mächtigen Bergfrieds. Weitere Abbrucharbeiten finden 1684 sowie 1770 statt. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts ist der Bergfried bis auf das Fundament abgetragen.

      1666: Die Fahrbrücke wird neu erstellt; hierzu werden steinerne Pfeiler und Joche nach dem Vorbild des Schlosses Tenneberg (Waltershausen / Thüringen) erbaut.

      1684: Die äußere Wallgrabenmauer wird erneuert.

      1689: Nach dem Teilabbruch des Bergfrieds ist nun der Treppenturm (Rongeturm) dem Blitzschlag ausgesetzt. Ein Blitz beschädigt ihn.

      1712: Abermals wird der Treppenturm durch Blitzschlag geschädigt.

      1716: Um den Burghof zu erweitern, lässt die fürstliche Herrschaft das Brunnenhaus mitsamt dem großen Tretrad niederlegen und den tiefen Brunnen verschließen. Die „Zuwölbung“ erfolgt am 17.08.1716.

      1754: Das Obergeschoss des baufälligen Wächterturms fällt von selbst ein.

      1764: Der Abbruch der Burg begann an verschiedenen Stellen und zu unterschiedlichen Zeiten. Bereits ab 1663 wird der Bergfried etappenweise eingelegt; 1754 beginnt nach einem Teileinsturz der Abriss des Wächterturms und 1761 schließlich werden die ersten Burgmauern eingelegt. Doch der systematische Abbruch und anschließende Verkauf der Baumaterialien startet im Jahr 1764.

      1788: Der Treppenturm ist eingefallen. Bis 1790 sind alle Dächer der Burg abgerissen oder eingestürzt.

      1854: Franz Ronge kauft den inzwischen fast vollständig unter Schutt und Bewuchs begrabenen Schlossberg.

      1860: Der neue Besitzer lässt auf den Resten des Treppenturms den nach ihm benannten Rongeturm als Aussichtsturm herstellen.

      Um 1900: Im Burghof wird der 1716 verschlossene Burgbrunnen wiederentdeckt.

      1904: Von Ronges Erben kauft die Stadt Königsberg den Schlossberg.

      1921: Die Schlossberg-Gemeinde nimmt ihre Arbeit auf.

      1934: Dort, wo einst die von Dorothea Maria erneuerte „Hohe Kemenate“ stand, wird auf den Burgkellern ein Hitler-Jugend-Heim gebaut. Das NS-Regime missbraucht das Burggelände für ihre Zwecke.

      1945: Beim Einmarsch der Amerikaner werden Burgteile durch Beschuss beschädigt. Das Hitler-Jugend-Heim wird dabei fast vollständig zerstört.

      1949: Anstelle des zerstörtern Hitler-Jugend-Heims wird die heutige Schlossberg-Gaststätte errichtet und fortan von der Stadt Königsberg verpachtet.

      Ab 1971: Die Schlossberg-Gemeinde intensiviert ihre Arbeiten an der Burg. Durch Freilegungen, Sanierungen und Wiederaufbauten erhält der Schlossberg sein heutiges Gesicht.

       

      Quellen

      [1] RI IV,2,3 n. 1799, in: Regesta Imperii Online,
      URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1168-07-10_1_0_4_2_3_24_1799

      [2] Kössler, Herbert: Hofheim, in: Kommission für Bayerische Landesgeschichte (Hrsg.): Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken, Heft 13, München 1964, S. 10, 27.

      [3] Elsen, Alois: Die Entwicklung Königsbergs bis zur Zeit des Regiomontanus, in: Das Bayerland, Heft 14, München 1936, S. 443.

      [4] Staatsarchiv Bamberg, Urkunde BU 409, Provenienz Kloster Michelsberg.

      [5] Tittmann, Alexander: Hassfurt / Der ehemalige Landkreis, in: Kommission für Bayerische Landesgeschichte (Hrsg.): Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken, München 2003, S. 210, Anmerkung 810.

      [6] Weiß, Dieter J.: Reichsgewalt, Reichskirche und Adel in Franken, in: Merz, Johannes; Schuh, Robert; Bayerische Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Franken im Mittelalter, München 2004, S. 94.

      [7] RI V,1,2 n. 4363, in: Regesta Imperii Online,
      URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1234-11-21_1_0_5_1_2_661_4363

      [8] v. Ludewig, Johann Peter: Novum Volumen Scriptorum Rerum Germanicarum / Complectens Scriptores Rerum Episcopatus Bambergensis, Frankfurt / Leipzig 1714, S. 161 Nr. XLIII.

      [9] C. Chl. v. Reitzenstein; Historischer Verein für Oberfranken (Hrsg.): Regesten der Grafen von Orlamünde aus Babenberger und Ascanischem Stamm, Bayreuth 1871, S. 86.

      [10] v. Stillfried, Rudolph; Maercker, Traugott: Monumenta Zollerana / Urkundenbuch zur Geschichte des Hauses Hohenzollern, Band 2, Berlin 1856, S. 236, Nr. CCCCVI.

      [11] RI VI,2 n. 643, in: Regesta Imperii Online,
      URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1295-08-28_1_0_6_2_0_652_643

      [12] v. Schultes, Johann Adolph: Diplomatische Geschichte des Gräflichen Hauses Henneberg, Band 1, Leipzig 1788, S. 183ff.

      [13] [RIplus] Regg. Karl IV. (Diplome) [n. 1643], in: Regesta Imperii Online,
      URI: http://www.regesta-imperii.de/id/d1ca63b0-49c1-49c5-8fe8-6031be86b42f

      [14] Krauß, Johann Werner: Beyträge zur Erläuterung der Hochfürstlich-Sachsen-Hildburghäusischen Kirchen- Schul- und Landeshistorie, Band 4, Hildburghausen 1754, S. 12.

      [15] Oelenheinz, Leopold: Frankenspiegel / Splitter und Skizzen, Coburg 1919, S. 24.

      [16] Ebenda, S. 79.

      [17] Zeune, Joachim; Zweckverband Deutscher Burgenwinkel (Hrsg.): Burgenwinkelführer / Symbole von Macht und Vergänglichkeit, Maroldsweisach 2016, S. 38.

      [18] Staatsarchiv Coburg, Amtsarchiv Königsberg, Beschreibungen und Rechnungen.

      [19] Staatsarchiv Coburg, Landesarchiv LAM 390, Erbbuch des Amts Königsberg, um 1510.

      [20] Staatsarchiv Coburg, Landesarchiv, LAF 9578, Rechnung Eberhards von der Thann.

      [21] Lang, Karl H: Neuere Geschichte des Fürstenthums Baireuth, Band 2, Göttingen 1801.

      [22] Voigt, Johannes: Markgraf Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach, Berlin 1852.

      [23] Staatsarchiv Meiningen, Hennebergica aus Altenburg Nr. 319, 1594.